Eine aktuelle Studie an einem deutschen Maximalversorger liefert neue Erkenntnisse darüber, wie akute Atemwegsinfektionen (ARIs) hospitalisierte Erwachsene betreffen. Das Forschungsteam untersuchte Fälle von SARS-CoV-2, Influenza, RSV, Rhinovirus und weiteren Erregern, um Häufigkeit und Schweregrad zu analysieren. Obwohl COVID-19 weiterhin den größten Anteil an Infektionen ausmachte, lag die intrahospitale Letalität unter der mehrerer anderer Atemwegsviren.
Die Ergebnisse zeigen, wie Impfquoten, verfügbare antivirale Medikamente und das Alter der Patient*innen die Verläufe beeinflussen.
Häufigkeit und Schwere der Infektionen
SARS-CoV-2 war während des gesamten Studienzeitraums weiterhin der am häufigsten diagnostizierte ARI-Erreger. Trotz dieser hohen Prävalenz wies die Gruppe der hospitalisierten COVID-19-Patient*innen die niedrigste Letalitätsrate im Vergleich zu den anderen Viren auf.
Dieser Trend wird auf die geringere Pathogenität der Omikron-Varianten, die breite Impfquote in Deutschland sowie den Einsatz zielgerichteter antiviraler Therapien zurückgeführt.
Im Gegensatz dazu gingen Influenza und RSV mit höheren Risiken für schwere Komplikationen und Mortalität einher. Adenovirus-Fälle waren zwar zahlenmäßig gering, zeigten aber ebenfalls eine hohe Letalität und müssen daher vorsichtig interpretiert werden.
Die Autor*innen stellten fest, dass nur für Influenza und SARS-CoV-2 spezifische antivirale Medikamente verfügbar waren, während Patient*innen mit RSV oder Rhinovirus ausschließlich unterstützend behandelt werden konnten. Dieser ungleiche Zugang zu wirksamer Therapie dürfte die Überlebensunterschiede zwischen den Gruppen maßgeblich beeinflusst haben.
Alter als entscheidender Risikofaktor
Die Analyse ergab, dass das Alter der entscheidendste Prädiktor für den Krankheitsverlauf war. Erwachsene über 60 Jahre waren besonders gefährdet; speziell bei Influenza- und RSV-Infektionen wurde eine höhere Letalität beobachtet.
Das deckt sich mit der bekannten Tatsache, dass eine altersbedingt geschwächte Immunfunktion, chronische Grunderkrankungen und physiologische Veränderungen die Erholung von Atemwegsinfektionen erschweren.
Die Autor*innen weisen auf mehrere Einschränkungen hin, darunter eine selektive Testung auf nicht-COVID-Viren sowie unvollständige Angaben zu Vorerkrankungen und Impfstatus. Dennoch unterstreicht die Arbeit die Bedeutung von Impfkampagnen, rechtzeitigem Zugang zu antiviraler Therapie und gezielten Schutzstrategien für ältere Patient*innen.
Diese Maßnahmen bleiben entscheidend, um die Belastung der Krankenhäuser durch Atemwegsinfektionen in Deutschland zu verringern.