Seit Jahren gilt der Body-Mass-Index (BMI) als Standardmaß zur Bestimmung der Gesundheit.
Er berechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat (BMI = Gewicht (kg) ÷ Größe² (m²)).
Diese einfache Formel steckt Menschen in klare Schubladen wie untergewichtig, normalgewichtig, übergewichtig oder adipös.
Doch aktuelle Erkenntnisse von Gesundheitsfachleuten in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) legen nahe, dass der BMI weniger verlässlich ist, als bisher angenommen.
Warum der BMI nicht die ganze Wahrheit sagt
Laut Dr. Patanjali Panduranga, Facharzt für Endokrinologie am Aster Hospital in Al Qusais (VAE), blendet der BMI entscheidende Faktoren wie Körperfettanteil und Muskelmasse aus.
»Muskeln sind dichter als Fett, deshalb rutschen aktive Menschen mit viel Magermasse oft in die Kategorie ‚übergewichtig‘«, erklärt Dr. Panduranga.
Außerdem berücksichtigt der BMI nicht, wie das Fett im Körper verteilt ist – ein Faktor, der das Risiko für Stoffwechselerkrankungen stark beeinflusst.
So können selbst Personen mit einem ‚normalen‘ BMI schädliches Bauchfett um die inneren Organe haben – ein oft übersehener Risikofaktor für Stoffwechselkrankheiten.
Umgekehrt weisen Menschen, die laut BMI als ‚übergewichtig‘ gelten, mitunter keinerlei Anzeichen für Stoffwechselstörungen auf – ein Zustand, der als metabolisch gesunde Adipositas bezeichnet wird.
Alternative Kennzahlen für eine bessere Gesundheitseinschätzung
Mediziner empfehlen daher, mehrere Messgrößen heranzuziehen, um ein genaueres und umfassenderes Bild der Gesundheit zu erhalten.
Der Taillenumfang gilt angesichts der Grenzen des BMIs als verlässlicherer Indikator für Gesundheitsrisiken. Die Weltgesundheitsorganisation rät Frauen, die Taille unter 80 cm und Männern unter 94 cm zu halten.
Ein verwandter Ansatz ist das Taille-zu-Körpergröße-Verhältnis, das manche Fachleute für noch aussagekräftiger halten. Die Faustregel: Die Taille sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen, um das Risiko für Stoffwechselprobleme zu senken.
Gesundheitsexperten verweisen außerdem auf Bioimpedanzwaagen und Hautfaltenmessungen als präzisere Methoden zur Bestimmung des Körperfettanteils.
Letztlich sollte Gesundheit daran gemessen werden, wie vital ihr euch fühlt und wie gut ihr euren Alltag bewältigt – und nicht an einer einzigen Zahl.