Ein neues Medikament namens MariTide, entwickelt vom US-Pharmakonzern Amgen, hat Teilnehmer:innen in einer klinischen Studie geholfen, deutlich an Gewicht zu verlieren. An der Untersuchung nahmen fast 600 erwachsene Personen mit Adipositas teil, von denen einige zusätzlich an Typ-2-Diabetes litten.
Nach 52 Behandlungswochen verloren Teilnehmende mit Adipositas ohne Diabetes bis zu 20 % ihres Körpergewichts. Personen mit Adipositas und gleichzeitigem Diabetes reduzierten ihr Gewicht um rund 17 %. Die Placebo-Gruppe verzeichnete dagegen deutlich kleinere Veränderungen von lediglich 2,6 % beziehungsweise 1,4 %, je nach Ausgangslage.
Monatliche Injektion erhöht den Komfort
MariTide wird nur einmal pro Monat gespritzt und ist damit komfortabler als Präparate wie Ozempic oder Wegovy, die wöchentliche Injektionen erfordern. Für Personen, die mehrere Erkrankungen wie Diabetes managen müssen, kann die geringere Anzahl an Spritzen helfen, den Behandlungsplan einzuhalten. Ärztinnen und Ärzte vermuten zudem, dass eine monatliche Gabe die psychische und körperliche Belastung vieler Patient:innen verringern könnte.
Neues Novo-Nordisk-Präparat zeigt noch stärkeren Gewichtsverlust
Ein weiteres Mittel, Amycretin, das von Novo Nordisk entwickelt wird, liefert ebenfalls vielversprechende Frühdaten. In einer kleineren Studie verloren Teilnehmende in nur 36 Wochen mehr als 24 % ihres Körpergewichts. Dieser frühe Erfolg weckt großes Interesse, doch Amycretin muss noch umfassend getestet werden, bevor es allgemein verfügbar ist.
Häufige Nebenwirkungen beobachtet
Wie andere GLP-1-Medikamente haben auch MariTide und Amycretin Nebenwirkungen. Am häufigsten treten Übelkeit, Erbrechen und Magenbeschwerden auf. Diese Symptome zeigen sich meist zu Beginn der Behandlung und können mit der Zeit abklingen. In laufenden Studien werden sie von Ärztinnen und Ärzten genau beobachtet.
Weitere Forschung nötig, bevor breite Anwendung möglich ist
Trotz der vielversprechenden ersten Ergebnisse ist vor einer Zulassung noch weitere Forschung nötig. Amgen plant zusätzliche Studien, um die langfristige Sicherheit zu belegen. Wird das Mittel zugelassen, könnte MariTide zu einer wichtigen Option für Menschen mit Adipositas werden – auch in Ländern wie Deutschland, in denen gewichtsbedingte Gesundheitsprobleme zunehmen.